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Medizinischen Tee Aus Cannabis Richtig Zubereiten (Tipps/Rezepte)

Medizinischen Tee aus Cannabis richtig zubereiten (Tipps/Rezepte)

Warum die richtige Zubereitung eines Cannabis-Tees wichtig ist

Cannabis kann auch als Tee konsumiert werden. Hierbei sind jedoch verschiedene Dinge zu beachten, damit auch die Cannabinoide (Wirkstoffe der Cannabis-Pflanze) ausreichend im Teewasser gelöst werden. Wer diese berücksichtigt, kann damit rechnen, dass ein Zehntel der Cannabinoide aus den verwendeten Cannabisblüten in den Blutkreislauf gelangt.
Seit dem 10. März 2017 ist das sogenannte Cannabis-Gesetz in Kraft. Dies ist ein erster Schritt für die medizinische Verwendung der Cannabis-Pflanze. Die Kosten für Cannabis müssen von den Krankenkassen übernommen bei schweren Fällen übernommen werden. Dies kann vor allem für Krebspatienten hilfreich sein. Der Arzt kann die verschiedenen Cannabinoide der Heilpflanze (THC in Form von Dronabinol oder Cannabidiol/CBD), Cannabinoid-haltige Medikamente wie Sativex oder Canemes oder die Cannabisblüten in Reinform verschreiben.
Cannabisblüten können auf verschiedener Weise eingenommen werden. Die gängigste Form ist die Inhalation. Bei der Inhalation von Cannabisblüten werden seine Inhaltsstoffe über die Atemschleimhaut aufgenommen. Cannabisblüten können jedoch auch als Tee eingenommen werden. Das einfache Überbrühen der Blüten ist nach heutigem Wissensstand jedoch nicht befriedigend. Zu wenig Wirkstoffe werden dabei im Wasser gelöst. Für eine optimale Zubereitung des Cannabis-Tees muss man sich kurz mit der Decarboxylierung beschäftigen.

Bei der Herstellung von Cannabis-Tee wichtig: Die Decarboxylierung der Cannabinoide

Cannabis-TeeWer aus Cannabis einen Tee herstellt, will möglichst viele Cannabinoide (THC und CBD) aus der Hanfpflanze lösen, damit diese sich im Teewasser wiederfinden. Dies ist jedoch nicht so einfach möglich, da Cannabinoide in der Hanfpflanze nicht in ihrer wirksamen Reinform, sondern als sogenannte Carboxylsäuren (THCA und CBDA) vorliegen. Diese Carboxylsäuren müssen erst verändert werden, damit die erwünschte Wirkung eintritt. Dies geschieht bei der sogenannten Decarboxylierung. Bei der Decarboxylierung werden von den Carboxylsäuren THCA und CBDA jeweils ein Kohlendioxid-Molekül abgespalten, als Resultat erhält man die gewünschten Verhindungen THC und CBD. Cannabisblüten sollten also diesen Prozess durchlaufen, damit eine Teezubereitung richtig gelingt. Dafür stehen zwei verschiedene Methoden zur Verfügung:

  •  Decarboxylierung vor der Teezubereitung. Cannabisblüten werden im Backofen bei 140 Grad Celsius zehn Minuten lang erhitzt. Danach können Sie überbrüht werden (Anleitung siehe unten).
  • Decarboxylierung während der Teezubereitung. Cannabisblüten werden mit dem Teewasser gekocht (Anleitung siehe unten).

Die richtige Zubereitung von Cannabis-Tee: Wirksame Rezepte

Bevor der Cannabis-Tee hergestellt wird, sollte entschieden werden, wann die Decarboxylierung erfolgen soll: Vor oder während der Teezubereitung.

  • Wer die Cannabisblüten bereits im Backofen einer Decarboxylierung unterzogen hat, kann seine Cannabisblüten wie bei der Herstellung anderer Tees einfach überbrühen. Hierzu die gewünschte Menge Cannabisblüten mit ¼ Liter siedendem Wasser übergießen und zugedeckt 15 Minuten lang ziehen lassen. Damit die Cannabinoide besser aufgenommen werden, empfiehlt es sich, während des Ziehens einen TL Sahne oder Kokosfett zum Tee hinzuzugeben.
  • Wer sich für die Decarboxylierung während der Zubereitung entscheidet, geht am besten so vor: Die gewünschte Menge Cannabisblüten wird in 400 ml Wasser für eine Stunde bei geschlossenem Deckel gekocht. Auch hier sollte zu Beginn des Kochvorgangs der Tee mit einem TL Sahne oder Kokosfett angereichert werden.

Wie viel Cannabisblüten verwendet werden, hängt vom Rezept des Arztes ab. Es ist ratsam, zunächst die Hälfte der gewünschten Dosierung anzuwenden und erst nach drei Tagen mit der normalen Tagesdosis fortzufahren. So kann sich der Körper an die Wirkung der Cannabinoide gewöhnen.
Der Cannabis-Tee kann mit Honig verfeinert werden und kalt oder warm getrunken werden. Empfehlenswert ist auch die Hinzugabe von etwas Milch (zum Beispiel Kuh-, Mandel- oder Sojamilch). Die Fette aus der Milch helfen, die Cannabinoide THC und CBD besser aufzunehmen.

Wer will, kann mehrere Portionen Cannabis-Tee zubereiten und die für maximal zwei Tage im Kühlschrank lagern.

Wer den Empfehlungen folgt, der kann davon ausgehen, dass ca. ein Neuntel der Cannabinoide aus dem Cannabis über den Tee in die Blutbahn gelangen. Mit einem Wirkeintritt ist spätestens nach 90 Minuten zu rechnen.

Wechselwirkungen und Nebenwirkungen von Cannabis-Tee

Auch bei pflanzlichen Arzneien sind Wechselwirkungen und Nebenwirkungen zu beachten. Es ist ratsam über diese Bescheid zu wissen und diese in einem Gespräch mit dem Arzt zu besprechen.
Zu Wechselwirkungen kann es mit Medikamenten kommen, die durch die Enzyme CYP2C19 oder CYP2D6 im Körper verstoffwechselt werden. Dazu zählen die Protonenpumpenhemmer Pantoprazol und Omeprazol, das Neuroleptikum Risperdon und das Antiepileptikum Clobazam.
In Bezug auf Schmerzmittel ist zu beachten, dass der Genuss eines Cannabis-Tees deren Abbau verzögern und damit deren Wirkung verstärken kann. Dies gilt insbesondere für Diclofenac.
Gängige HIV-Medikamente können in ihrer Wirkung eingeschränkt werden.
Folgende Nebenwirkungen können nach Konsum eines Cannabis-Tees auftreten: Schwindel, Trockenheit von Mund und Rachen, Rötung der Augen, Ansteigen der Pulsfrequenz und Abnahme des Blutdrucks. Auch psychische Nebenwirkungen sind möglich. Dazu zählen Müdigkeit, Ängste und Euphorie. Treten Nebenwirkungen auf, sollte der Arzt davon in Kenntnis gesetzt werden.
Cannabis-Konsum und Autofahren schließen sich eigentlich aus, außer wenn Cannabis als Medikament eingenommen wird. Zu Beginn der Cannabis-Therapie sollte trotzdem auf das Autofahren verzichtet werden. Nach Absprache mit dem Arzt kann dieses bald wieder aufgenommen werden.

Gegenanzeigen: Wer keinen Cannabis-Tee zu sich nehmen sollte

Patienten, die überempfindlich gegenüber einen der Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze sind oder an Persönlichkeitsstörungen oder psychotischen Erkrankungen leiden, sollten keinen Cannabis-Tee zu sich nehmen. Bei Schwangeren, stillenden Müttern, Kindern, Jugendlichen und schweren Herzkreislauferkrankungen ist eine Anwendung kritisch zu sehen und wirklich nur auf Anraten eines Arztes ratsam.

Extra: Herstellung eines Cannabis-Tees aus CBD-reichem Nutzhanf

Cannabis-Tee kann nicht nur aus dem medizinischen Cannabis, sondern auch aus dem sogenannten Nutzhanf hergestellt werden. Dieser enthält THC nur in Spuren (unter 0,02%), ist dafür aber reich an Cannabidiol (CBD). Da auch dieses einer Decarboxylierung unterzogen werden muss, gelten die oben genannten Zubereitungsarten auch für den Nutzhanf. Nach dem Kochen kann dem Tee noch etwas Nutzhanf hinzugefügt werden, der dann bei geschlossenem Deckel noch 15 Minuten ziehen sollte. So gelangen auch verschiedene Terpene des Hanfs in den Tee, die sich während des Kochvorgangs verflüchtigt haben.

Cannabidiol kann bei Krebserkrankungen, Angstzuständen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems und entzündlichen Erkrankungen hilfreich sein.

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Im Gegensatz zu medizinischen Cannabis ist Nutzhanf freiverkäuflich und ohne Rezept erhältlich. Wer Nutzhanf für die Teezubereitung kaufen will, sollte darauf achten, dass dieser frei von Pestiziden ist und hinsichtlich seiner Reinheit und seines CBD-Gehaltes geprüft ist. Der BIO-CBD-Tee von berryz (2 % CBD) (x) erfüllen zum Beispiel diese Voraussetzungen. Wer davon einen TL für die Teeherstellung nimmt, kann mit ca. 30 bis 40 mg CBD im Tee rechnen. Dosierungsempfehlung: Pro Portion einen gehäuften TL Nutzhanfblüten. Einen höheren CBD-Gehalt (über 4 %) weisen die Nutzhanf-Blüten der Sorte Finola (x) auf.
Auch bei der Einnahme von Nutzhanf kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen. Dazu zählen insbesondere Protonenpumpenhemmer und Schmerzmittel. Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Schwangere und stillende Mütter sollten einen Tee aus Nutzhanf nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden. Krebspatienten sollten beachten, dass Nutzhanf und CBD-Produkte, die nur CBD und kein THC enthalten, den Appetit hemmen können. Dies sollte besonders bei Patienten berücksichtigt werden, die an Appetitmangel und/oder Untergewicht leiden.

Ein Beitrag von Heilpraktikerin Anne Wanitschek

Anne Wanitschek, Heilpraktikerin in Berlin

 

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